Aristoteles‘ Nikomachische Ethik

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Über Glückseligkeit und Tugend sowie Lügen und Nazis

 
Die Frage danach, was ein glückliches Leben ausmacht und wie man es führt, zieht sich durch die gesamte Philosophiegeschichte.

Aristoteles gab mit seiner „Nikomachischen Ethik“ einen bedeutenden Beitrag zu diesem Thema.

Doch was steckt in ihr und was macht sie besonders?
 

Der Unterschied zwischen Moral und Ethik

 
Im Alltag sprechen wir manchmal davon, dass etwas unmoralisch oder moralisch falsch ist. So würden wohl die meisten Menschen zustimmen, dass es unmoralisch wäre, würde ich meine Artikel hier einfach nur abschreiben und dann als die eigenen verkaufen.

Die Moral setzt sich zusammen aus einem Katalog von „Dos“ und „Don’ts“, der von Kulturkreis zu Kulturkreis variiert, sich aber auch innerhalb so eines Kulturkreises, ja sogar von Mensch zu Mensch, deutlich unterscheiden kann.

Die Ethik hingegen steht eine Stufe über der Moral und reflektiert über das, was sie auszeichnet. Sie ist eine Disziplin der Philosophie. Sie ist eine Theorie, die über die Moral (die Praxis ist) nachdenkt, ihre Muster erkennen will und unter anderem Kriterien für gutes und schlechtes Handeln aufstellt.

Es besteht also ein wichtiger Unterschied zwischen den Wörtern „Moral“ und „Ethik“, auch wenn sie im Volksmund meist synonym verwendet werden.
 

Alles Handeln hat ein Ziel …

 
Wie argumentiert Aristoteles in seiner „Nikomachischen Ethik“ (im Folgenden NE abgekürzt) nun genau?

Er beginnt das erste der zehn Bücher der NE damit, dass er zeigt, dass jedes Handeln auf ein Ziel ausgerichtet ist.
Warum tut er das?
– Weil das Handeln der zentrale Bereich jeder Ethik ist. Es sind Handlungen, die wir als moralisch gut oder schlecht bezeichnen. Nicht Gefühle. Auch nicht Gedanken oder andere Phänomene.

Jedes solches Handeln ist nun also auf ein Ziel ausgerichtet. So ist zum Beispiel das Ziel der Heilkunst die Gesundheit oder das Ziel der Kriegskunst der Sieg (vgl. 1094a).

Aristoteles fragt dann aber weiter, was das höchste dieser Ziele sei.
Dieses höchste, so meint er, muss um seiner selbst willen erstrebt werden, es darf also kein gewöhnliches Ziel bleiben sondern muss ein Endziel sein.

Was ist nach Aristoteles nun dieses Endziel?
– Es ist das Glück, die „Eudaimonia“, wie das von ihm gewählte altgriechische Wort dafür lautete (vgl. 1095a).

Das deutsche Wort Glück ist in diesem Zusammenhang verwirrend, da in ihm stets das Glück, das einem zufällt, mitschwingt. Das Glück im Lotto zum Beispiel. In der Ethik geht es aber um ein selbst realisiertes Glück, weshalb der Begriff „Glückseligkeit“ treffender ist.
 

Die Glückseligkeit muss konkretisiert werden …

 
Diese Glückseligkeit ist aber, wenn sie Aristoteles in der NE zum ersten Mal erwähnt, nichts weiter als ein rein formaler Begriff. Die Glückseligkeit ist das Endziel, doch sie ist noch nicht weiter definiert, sie ist leer. Deswegen diskutiert Aristoteles an der Stelle, wo er sie einführt, sogleich verschiedene Meinungen über das Wesen der Eudaimonia (vgl. 1095a).

Es ist für Aristoteles klar, dass die Glückseligkeit nicht in einem Herstellen (z.B. eben der Heilkunst oder Kriegskunst) liegen kann, weil hier das Ziel (die Gesundheit oder der Sieg) außerhalb des Herstellens liegt und dieses selbst somit kein Endziel sein kann. Die Glückseligkeit muss im Vollzug des Handelns selbst realisiert werden.

Da er nun also ein reines Handeln sucht, fragt er sich, was die dem Menschen eigentümliche Leistung ist (1097b).
Im Vergleich des Menschen mit den Tieren und Pflanzen findet Aristoteles heraus, dass wir einiges mit diesen beiden anderen Lebensformen teilen (z.B. das Wachstum mit Pflanzen und Tieren, das Sinnesvermögen hingegen nur mit den Tieren), wir uns jedoch durch „das Leben als Wirken des rationalen Seelenteils“ (1097b) von diesen abheben.

Das rationale, das Vernunfthafte ist also das, was den Menschen ausmacht.

Und das höchste Ziel, die Glückseligkeit, besteht somit darin, dieses Rationale, diese Vernunfthaftigkeit in höchstem Sinne zu realisieren.

Aristoteles drückt dies im folgenden Satz aus, der als einer der wichtigsten der NE gilt: „… das oberste dem Menschen erreichbare Gut stellt sich dar als ein Tätigsein der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit.“ (1098a)
 

Hier kommen die Tugenden ins Spiel …

 
Aristoteles teilt die Tugenden, die in seiner Ethik eine wichtige Rolle spielen, in Charaktertugenden und Verstandestugenden ein. Sie stehen in einem Wechselverhältnis zueinander und ermöglichen es dem Menschen, wenn perfekt ausgebildet, das Vernunfthafte in sich treffend zu aktualisieren.

Gelingt dieses Aktualisieren, dieser vortreffliche Vollzug, dann ist Glückseligkeit realisiert.
Der Mensch gelangt zur Eudaimonia also nur im Tätigsein, im Vollzug einer Handlung. Die Glückseligkeit ist bei Aristoteles somit ein inklusives Ziel, ein Ziel das im (vortrefflichen) Tun erreicht wird und nicht erst am Ende eines Tuns steht.

Doch wie funktioniert das mit den Tugenden genau?
– Die „Klugheit“, eine Verstandestugend, muss in einer gegebenen Situation die richtige Handlung wählen. Durch wiederholtes Wählen entsteht eine gewisse Haltung in einem speziellen Lebensbereich. Diese Haltung ist sodann die sich geformte Charaktertugend. Wiederholtes Handeln gemäß einer Charaktertugend wirkt sich wiederum auf die Klugheit aus. Somit ist das Wechselverhältnis zwischen Verstandes- und Charaktertugenden erklärt.

Mit den Charaktertugenden beschäftigt sich Aristoteles in der NE besonders ausführlich. Er sieht jede einzelne Charaktertugend als die goldene Mitte zwischen zwei Extremen (vgl. 1106a).

So steht für ihn die ausgezeichnete Tugend der Tapferkeit zwischen den beiden Extremen der Verwogenheit und der Angst. Für Aristoteles hat ein Soldat im Krieg also weder wegzulaufen (Angst) noch sich unüberlegt in das Verderben zu stürzen (Verwogenheit). Nur die Mitte, die Tapferkeit, ist tugendhaft und somit die Tapferkeit eine Charaktertugend.

Eine weitere wichtige Charaktertugend ist jene der Besonnenheit, die zwischen Zügellosigkeit und Stumpfsinn steht. Sie ist also „die Mitte in Hinsicht auf Lustempfindungen“ (1117b). Es ist klar, dass ein Übermaß in der Lust (Zuchtlosigkeit) tadelnswert ist. Warum aber ist der Stumpfsinn, der einen lustlosen Menschen auszeichnet, also das andere Extrem, ebenso verwerflich? Sind solche Menschen nicht „gut“ in dem Sinne, dass sie niemandem durch Gier oder übersteigertem Ehrgeiz in die Quere kommen und das friedliche Zusammenleben mehr als alle anderen fördern? – Mag sein, aber für Aristoteles ist eine solche Stumpfheit der Sinne nicht menschlich (vgl. 1119a). Und etwas, das nicht menschlich ist, kann nicht tugendhaft sein, denn – und das sollte der aufmerksame Leser nun bereits selber geschlossen haben – es geht bei Aristoteles Ethik immer um das Aktualisieren des ausgezeichnet Menschlichen.
 

Was ist nun die höchste Lebensform?

 
Bisher haben wir gesehen, dass alles Handeln nach einem Ziel strebt.

Dass es mehrere dieser Ziele gibt und die Glückseligkeit das Endziel ist.

Dass diese Glückseligkeit erreicht wird, indem der Mensch das ihn auszeichnende Charakteristikum (die Vernunfthaftigkeit) handelnd aktualisiert.

Dass ihm dies gelingt, wenn sein Handeln tugendhaft ist.

Dass tugendhaftes Handeln eine Mitte zwischen zwei Extremen darstellt.

Aber wir wissen immer noch nicht, wie nun die Lebensform aussieht, in der das Vernunfthafte in höchstem Maße realisiert wird.

Aristoteles gibt hierüber erst am Ende der NE (Buch 10) Auskunft:

Er nennt dort zwei ausgezeichnete Lebensformen, wobei nur eine als die absolut höchste angesehen wird.

Diese ist der „bios theoretikos“, also das kontemplative Leben. Das Leben der Beschäftigung mit den Wissenschaften und mit dem Denken. Das Vernunfthafte macht uns zum Menschen und hier wird es im höchsten Sinne aktualisiert. Zwar sind auch alle übrigen Tugenden (wie zum Beispiel die Tapferkeit und die Besonnenheit) in dieser Lebensform vollkommen ausgebildet, sie stehen aber nicht im Mittelpunkt (vgl. 1177b).

Da Aristoteles Ethik aber ein sogenanntes anthropologisches Wertgefälle besitzt, was bedeutet, dass er meint, nicht jedem Menschen könnte die Glückseligkeit in ihrer vollkommensten Form zukommen, gibt es auch eine zweite ausgezeichnete Lebensform. Diese ist die politische Lebensform als ein Aufgehen im Leben des Stadt-Staates. Auch diese ist ein Handeln als Selbstzweck, wenn auch auf einer niedrigeren Ebene wie das kontemplative Handeln. Unsere zwei Beispieltugenden Tapferkeit und Besonnenheit sind auch hier vollkommen ausgebildet, auf die Ebene des kontemplativen Lebens begeben sich Naturen, für die diese Lebensform das Maximum ist, aber nicht.

Das Verhältnis dieser beiden Lebensformen ist widersprüchlich und dunkel. Viele Aristoteles-Experten haben sich damit beschäftigt. Es fehlt hier allerdings der Platz, genauer auf diese spannende Diskussion einzugehen.
 

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Was kann man mitnehmen aus der Lektüre der „NE“?

 
Als Grünschnabel mit 19 Lenzen dachte ich mir, dass ich mich – neben dem Pauken der Uni-Skripten – parallel ganz einfach durch ein paar einschlägige Primärtexte der Philosophie lesen könnte. Vom Buchhändler entführte ich also die NE mit dem Plan, sie als Abendlektüre häppchenweise zu verschlingen.

Ganze zwei Tage dauerte der Vorsatz, ehe ich das Reclam-Büchlein unters Bett drosch und mir verblüfft bewusst wurde, dass es in der Ideengeschichte der letzten 2500 Jahre doch den ein oder anderen helleren Kopf als mich gegeben haben muss.

Was ich sagen will:

Ein Buch wie die NE liest sich nicht „einfach so“. Es ist ein sehr vertracktes Werk. Dies liegt (auch) daran, dass Aristoteles die Teile der NE zwar selbst zu einem Ganzen vereinigt haben soll, dieses Ganze aber eine Ethik-Vorlesung war, die er mehrmals gehalten und verändert hat. In der Forschung wird vermutet, dass Aristoteles Blätter neu ein- oder Notizen am Rande hinzufügte. Die späteren Herausgeber standen sodann vor dem Problem dieses Neue und Beiläufige richtig einzufügen. Die Konzeption als Vorlesungs-Vorlage in sorglosem Stil und die editorischen Probleme späterer Veröffentlichungen dürften die extreme Gedrängtheit und die Wiederholungen des Werkes erklären.

Es ist schwer genug, den roten Faden eines so vollgestopften Buches, das darüber hinaus in seiner Komposition nicht immer logisch daherkommt, herauszuarbeiten. Die Essenz der „NE“ in wenigen Worten zusammenzufassen, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Nichts desto trotz habe ich dies oben versucht, wobei dem Leser klar sein muss, dass solch eine Verknappung große Vereinfachungen enthält, wichtige Passagen unter den Tisch fallen lässt und es nicht erlaubt, jede Behauptung des Aristoteles auf die Waagschale zu werfen. Eine solche Verknappung wird also immer in gewissem Sinne unvollständig und unbefriedigend bleiben.

Ich möchte dennoch noch ein wenig weiter über die NE und das, was sie auszeichnet, reden.
 

Die NE ist eine Tugendethik

 
In der Ethik gibt es mehrere große Strömungen, die sich dadurch unterscheiden, worauf sie den Fokus bei der Bewertung einer Handlung legen.

So entscheidet bei den sogenannten konsequentialistischen Ethiktypen die Folge der Handlung oder das Ziel der Handlung darüber, ob sie gut oder schlecht ist.

So ist zum Beispiel das Lügen per se in den konsequentialistischen Ethiken weder schlecht noch gut. Der Einzelfall entscheidet. Lüge ich, um mir selbst Tadel zu ersparen, den dann ein anderer abbekommt, dann ist die Lüge schlecht. Lüge ich aber, um einem anderen unschuldigen Menschen zu schützen (denken wir zum Beispiel an jene tapferen Menschen, die im Zweiten Weltkrieg bei sich zuhause Verfolgte vor den Nazis versteckten), dann ist der Akt des Lügens gut.

Gewisse Strömungen des Konsequentialismus machen auch vor dem Leben des Einzelnen nicht Halt. So kann der Tod eines Menschen, wenn dadurch Hunderte andere gerettet werden, theoretisch durchaus gerechtfertigt werden.

In den sogenannten deontologischen Ethiktypen sieht das anders aus. Hier liegt der Fokus auf der Handlung selbst. Lügen ist immer schlecht. Denn würde sich jeder Mensch das Recht herausnehmen, einfach so lügen zu dürfen, wann immer er wollte, würde das das gegenseitige Vertrauen der Menschen ineinander zunichtemachen.

Diese Forderung führt allerdings zu der Konsequenz, dass derjenige, der im Zweiten Weltkrieg einen Verfolgten versteckt hält, auf die Frage des Nazis an der Tür, ob der gehegte Verdacht wahr sei, nicht lügen dürfte.

Wiederum ist das Töten eines Menschen, um dadurch viele andere zu retten, in den deontologischen Ethiken ein Tabu. Könnte das Töten eines Menschen in irgendeiner Weise gutgeheißen werden, bestehe keine Sicherheit mehr auf Leben.

Aristoteles Ethik ist aber weder eine konsequentialistische noch eine deontologische sondern wird als eine Tugendethik angesehen.

Was ist das nun wieder?

In der Tugendethik wird die Korrektheit einer Handlung weder nach ihren Folgen, noch durch Fokus auf die Handlung selbst beurteilt. Hingegen legt sie den Maßstab an die Formung des Charakters eines Menschen an. Der Maßstab des Handelns befindet sich somit in der seelischen Verfasstheit aus der es entsteht.

Die Angemessenheit einer Handlung ergibt sich also daraus, ob mit dieser Handlung einer Tugend gefolgt wird. Der Krieger, der im Ernstfall weder wegläuft noch sich tobend ohne Angst vor Verluste in den Kampf stürzt, handelt richtig, weil er die Tugend der Tapferkeit besitzt und somit tapfer (also weder feige noch verwegen) handeln wird.

Um solch eine Angemessenheit beurteilen zu können, muss natürlich klar sein, was als tugendhaft gilt, beziehungsweise wie sich eine Tugend wie die Tapferkeit genau äußert. Der Klärung genau dieser Forderung widmet Aristoteles in seiner NE ja Dutzende von Seiten.

Man sieht hier also, wie unterschiedlich das Gute einer Handlung bewertet werden kann und in welche Konflikte die drei verschiedenen Strömungen (es gibt noch mehr) miteinander kommen können. Das mag ein Grund sein, weshalb wir uns im Leben oft schwer tun, zu sagen, was gut und was schlecht ist.
 

Was noch zu sagen bleibt über die Nikomachische Ethik …

 
Sowohl Aristoteles Vater als auch sein Sohn trugen den Namen Nikomachus. Es ist aber unbekannt, ob er sie einem der beiden oder ganz wem anderen gewidmet hat.

Die NE wurde im vierten Jahrhundert vor Christus verfasst und ist somit die älteste wissenschaftliche Ethik Europas.

Bemerkenswert ist die Art, wie sich Aristoteles dem Gegenstand widmet. Er wendet seine strenge Logik auf den Bereich des menschlichen Handelns an. Gleichzeitig erwähnt er aber wiederholt, dass die Erkenntnisse in der Ethik nie so exakt sein können, wie in manch anderen Wissenschaften, weil es in diesem Wissensgebiet viele „Unterschiede und Schwankungen“ (1094b) gibt.

Ebenfalls interessant: Aristoteles stellt seine Ethik in einen idealen Raum (vgl. Dirlmeier 2003: 368). Fast nirgendwo nimmt er die aktuellen Ereignisse mit in das Buch auf. Das ermöglicht ihm das menschliche Handeln wissenschaftlich zu durchleuchten, ist aber wohl auch ein Grund für die beim Lesen spürbare Trockenheit. Der große Philosoph Bertrand Russell sprach sogar von einer „Gefühlsarmut“ der NE. Er stellt ihr prinzipiell kein gutes Zeugnis aus, sieht in ihr eine Ethik für bequeme Menschen mit schwachem Temperament (vgl. Russell 2004: 234).

Was auf den unvorbereiteten Leser irritierend wirken mag, ist die Statik der NE. Erwartet man von Aristoteles eine Beschreibung der dynamischen ethischen Entwicklung eines Menschen oder will man von ihm wissen, wie man glücklich WERDEN kann, wird man nicht fündig. Hingegen beschreibt er, wie es aussieht, wenn ein Mensch sein Leben gemäß der Tugend lebt (vgl. Dirlmeier 2003: 372).

Es gäbe noch viel Spannendes zur NE zu sagen, doch ich glaube, dass das bisher Dargelegte ausreicht, um einen Einblick bekommen zu haben und das ein oder andere für sich näher durchdenken zu können.
 
 
 
Welche Fragen stellst du dir nun nachdem du ungefähr weißt, worum es in der NE geht? Denkst du, dass du aus Aristoteles Gedanken etwas für dein Leben mitnehmen kannst? Ist seine hier grob nachgezeichnete Argumentation für dich schlüssig? Siehst du in der Gruppe Tugendethik, deontologische Ethik und konsequentialistische Ethik einen der drei Kandidaten als den anderen überlegen an? Macht es überhaupt Sinn so viel über die Rechtfertigung unseres Handelns nachzudenken oder wissen wir danach noch weniger, was wir tun sollen und was nicht? Willst du noch mehr über Ethik erfahren?

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Nikomachische Ethik
Foto: Dariusz Sankowski

Blogartikel veröffentlicht am 20.2.2017

Quellen:

Aristoteles: Nikomachische Ethik. (Zitiert nach der Bekker-Zählung)

Dirlmeier, Franz (2003): Nachwort. In: Aristoteles (2003): Nikomachische Ethik. Stuttgart: Reclam.

Russell, Bertrand (2004): Philosophie des Abendlandes. München: Piper.
 
 
 
Nikomachische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek) (*)
 

6 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. Weil dich das Lesen in Welten einführen wird, die du sonst nie kennenlernen würdest … das ist eine Zitat von dir, lieber Philipp und bei deinen Artikeln fühle ich mich so. Toll wie du dich um Verständnis für so ein „vertracktes Werk“ bemühst. Ich habe alles verstanden und kürze es noch weiter in 4 Worte: Vernunftgesteuert in die Glückseligkeit!
    Diese 4 Worte nehme ich aus deinem Artikel (und Aristoteles Gedanken) für mich mit. Danke dir!
    Wobei mir gut gefällt, dass die Glückseligkeit ein selbst realisiertes Glück ist. Das ist auch meine Erfahrung… ich kann mich selbst glücklich machen.
    Ich würde liebend gerne noch mehr über Ethik lernen… und es beruhigt mich sehr, dass die Ethik über der Moral steht. Bisher habe ich da nur ein Gefühl, was die Ethik betrifft und ein hohes Ziel für Frieden, Liebe und Freiheit. Wieviele Gruppen von Ethik gibt es denn? Freu mich, dass ich eine Email bekomme wenn du antwortest… i
    Liebe Grüße,
    Irene

    • von Gedankennomade

      Liebe Irene,
      Freut mich sehr, wenn du dich beim Lesen meiner Artikel so fühlst. Genau das ist ein Ziel von mir und wenn man mir das mitteilt, dass ich ihm nahekomme, dann ist das sehr genugtuend.
      Deine Zusammenfassung in vier Worten ist sicherlich möglich. Hätte mein Artikel ja gar nicht so lange werden brauchen 😉
      Ich denke auch, dass man selber viel dazutun kann, um glücklich zu werden, wenn auch nicht alles. (Auch das sagt Aristoteles übrigens, dass nicht alles in unserer Hand liegt am Weg zur Glückseligkeit – eins der vielen Dinge, die ich unter den Tisch fallen lassen musste!)
      Die Ethik ist auch einer meiner Lieblingsbereiche in der Philosophie, ich werde mich also sicherlich weiter mit ihr beschäftigen hier am Gedankennomaden-Blog.
      Es gibt noch eine Reihe weiterer großer Ethik-Gruppen zum Beispiel die Diskursethik oder die Vertragstheorie. Eine genaue Zahl kann man da nicht nennen, weil die Grenzen verschwimmen und auch behauptet wird, dass einige Gruppen auf andere zurückführbar sind. Vielleicht könnte ich mir ja eine von denen, die ich noch nicht erläutert habe, näher ansehen für einen kommenden Beitrag.

      Vielen Dank für deine Rückmeldung,
      bis bald,
      Philipp

  2. Ja der Artikel war wirklich sehr lang für mich … lg

  3. von Gedankennomade

    Ich versuche immer eine passende Länge zu finden. Zu kurz mag ich es auch nicht machen, ein bisschen Anspruch darf schon sein. Ansonsten braucht man sich mit diesen Themen gar nicht beschäftigen.

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