Ja, ich bin ein Serien-Killer …

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Warum ich weiter bei den Büchern bleiben werde …

 
„Game of Thrones“ ist in aller Munde.

„House of Cards“ ebenso.

Und die Klassiker „Prison Break“ sowie „Breaking Bad“ sollte auch jeder unbedingt gesehen haben.

Ich kenne keine einzige Episode aus diesen vier Serien-Schlagern der letzten Jahre.

Und ich werde meist angesehen wie ein Alien, wenn ich das gestehe.

Nichts bringt mich dazu, mit dem Serien-Schauen zu beginnen.

Es reizt mich einfach nicht.

Warum eigentlich?
 

Grund 1: Weil ich lieber lese …

 
Während sich die anderen ihre Serien reinziehen (auf Reisen, im Hotel, zuhause, …), lese ich lieber.

Ja, man muss das Lesen zuerst lieben lernen.

Das hat auch bei mir gedauert.

Zuerst ist es Anstrengung. Und die Menschen, für die es Anstrengung bedeutet, werden nie verstehen, wie man ein Buch einer Serie vorziehen kann an einem Feierabend, an dem man abschalten möchte.

Doch es ist bald keine Anstrengung mehr und ich behaupte, dass es – ist man erst einmal eine Leserin oder ein Leser – sogar besser funktioniert, beim Lesen abzuschalten, als beim Fernsehen.

Warum? – Weil es in Stille geschieht. Eine besondere Stille, die nur Leserinnen und Leser kennen. Eine von außen unbewegte Ruhe, die die innere, geistige Bewegung umgreift, schützt und stützt.
 

Grund 2: Weil ich mich lieber bilde …

 
Klingt spießig und abgehoben. Aber es ist nun einmal so.

Ich möchte – zumindest meistens – aus der Zeit, die nicht für meinen Beruf draufgeht und in der ich entspannen kann, etwas für meine persönliche Entwicklung extrahieren.

Daher sind die Bücher, die ich lese, nie reine Unterhaltungsliteratur, sondern Klassiker, welche Millionen von Menschen bewegt oder verändert haben, sowie Sachbücher, aus denen ich lernen kann und die mich schlauer machen.

Serien sind nun einmal in erster Linie Unterhaltung. Ich sehne mich jedoch meist nach etwas mehr, als mein Gehirn bei der Hand zu nehmen, es für eine Stunde im Passiv-Modus auf die Couch zu pflanzen und berieseln zu lassen, um es danach wieder von dort abzuholen, genau so blöd wie zuvor.
 

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Grund 3: Weil man Bücher nicht downloaden muss …

 
Ich gebe es zu, ich bin ein technisches „Nockapatzl“.

Installieren, downloaden, upgraden und Co bringen mich ins Schwitzen und oft scheitere ich an ihnen.

Ein Buch brauche ich nicht downloaden. Nirgendwo speichern. Und ich brauche auch keinen Player dazu. Ich kann es leichter überall hin mitnehmen (meinen Laptop nicht), brauche keine Kopfhörer und kann in weniger als zwei Sekunden auf der Seite weiterlesen, auf der ich zuvor aufgehört habe.
 

Grund 4: Weil sie eh schon jeder kennt …

 
Ja … Da spricht wohl der „Alternative“ in mir. Warum soll ich mir etwas ansehen, dass jeder toll und super und spannend und geil findet?

– „Gerade deswegen!“, bekomme ich dann zu hören.

Aber … Nein … so ticke ich nicht. Und das gar nicht aus Protest, sondern weil mich das weniger Massentaugliche normalerweise mehr anzieht.

Ich suche mir meine Schätze lieber selber. In Bibliotheken, in Internetforen, im Gespräch. Oder finde in einem der Schätze, den ich gerade lese, den nächsten und dort den nächsten und so weiter und so fort … doch auch davon habe ich ja schon öfter gesprochen …
 

Grund 5: Weil ich nicht süchtig werden möchte …

 
Ja, da mache ich den Serien jetzt doch ein Zugeständnis.

Ich fange auch deswegen nicht mit „Game of Thrones“ oder „Breaking Bad“ an, weil ich ihnen genau so verfallen würde, wie jeder andere auch.

Und weil mir die Zeit irgendwie zu schade ist, um sie mit reiner Unterhaltung zu vergeuden, versuche ich, Episode 1 dieser ganzen großen Erfolgsserien weit von mir fern zu halten, denn auch mein Geist und mein Fleisch sind schwach, sind sie erst einmal in den Genuss des Thrills gekommen.
 

Ich bin ein Serien-Killer:

 
Ich werde wohl weiterhin ein „Serien-Killer“ bleiben (ein „Film-Trottel“ übrigens ebenso) und die Bücher vorziehen.

Ein einsamer Roman-Leser, der den Stoff und die Lehren aus den Worten, die sich in meinem Kopf zu Geschichten formen, nicht mit jedem anderen teilen kann, wie der Serien-Schauer es mit seinen Geschichten machen kann.

Der Roman-Leser bleibt allein, der Serien-Schauer kann mitreden mit der Menge.

Doch auch das finde ich nicht weiter schlimm, um ehrlich zu sein …
 
 
 
Bist auch du im Serien-Fieber? Welche Serie hat es dir angetan? Oder bevorzugst du ebenfalls die Bücher? Bedeutet Lesen Anstrengung für dich? Oder Erholung pur? Kannst du meine Gründe nachvollziehen?

Hinterlass mir deine Gedanken, Fragen und Anmerkungen in den Kommentaren.

Ich würde mich sehr über eine kleine Diskussion freuen.

Bis bald,
Philipp
 
Serien-Killer
Foto: Tina Rataj Berard

Blogartikel veröffentlicht am 14.9.2017

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