Ein Jahr bloggen …

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Erwartungen, Hochgefühle und Enttäuschungen …

 
Über drei Monate lang bastelte ich Ende 2016 an meinem Blog, um ihn am 1. Jänner 2017 der Welt zu präsentieren.

Monate, in denen ich viel über Word-Press, Design, die Blogger-Community und Homepage-Strategien lernte, in denen ich aber vor allem wie ein Verrückter verschiedenste Ideen ausarbeitete und noch viele mehr in meinem Kopf entwickelte.

Als ich dann vor genau einem Jahr meine Ergebnisse endlich präsentieren konnte, war dies ein wahnsinniges Glücksgefühl (ähnlich wie damals bei der Veröffentlichung meines Buches) und ich war gespannt, wohin mich dieses Großprojekt bringen würde …
 

Die ersten Monate …

 
In den ersten Wochen und Monaten sammelte ich schnell Leserinnen und Leser, die sich in den Newsletter eintrugen und meine wöchentlichen Ergüsse studierten.

Die Motivation, ihnen regelmäßig neue Gedanken anzubieten, war riesig, auch deshalb, weil mir von vielen Menschen bestätigt wurde, dass das „ziemlich cool und einzigartig“ wäre, was ich da so machte …

Ich war höchst produktiv, schrieb Artikel über Philosophie und Literatur und gleichzeitig Gastartikel für den ein oder anderen Blog in meiner Nische.

Es fühlte sich toll an, nun auch einer von diesen Bloggern zu sein, eine Plattform zu haben, sich mitzuteilen und zu vernetzen, Feedback zu bekommen für seine Arbeit und ständig von einer Idee zur nächsten zu hüpfen.
 

Kleine Ernüchterun Anfang April …

 
Nach den ersten drei Monaten folgte ein Einbruch.

Mir wurde klar, dass es doch viel mehr Arbeit erforderte einen gehaltvollen Artikel pro Woche zu schreiben, als ich dachte. Vor allem wenn er sich auf ein Werk oder ein Problem bezog, das Recherche erforderte. Darüber hinaus ging die Volleyballsaison in die heiße Phase und ich hatte weniger Kopf, Energie und Zeit für den Gedankennomaden.

Die Zahl der neuen Newsletter-Abonnenten schrumpfte und auch die Reaktionen der Leserinnen und Leser, die ich mir immer so sehr gewünscht hatte, blieben aus.

Erstmals verstand ich, was viele der erfolgreichsten Blogger behaupten, ich aber stets als Selbstüberhöhung abtat: „Gutes Bloggen ist verdammt viel Arbeit!“.
 

Neue Herangehensweise …

 
Ich nahm diese Erleuchtung so hin und versuchte nicht, Extraschichten einzulegen oder die Qualität der Artikel einem regelmäßigeren Output zu opfern.

Ich wusste, dass ich weitermachen wollte, weil es mir nach wie vor Freude brachte.

Aber ich machte mir keinen Druck mehr …

So gab es von da an also nicht mehr einen Artikel pro Woche sondern einen in 14 oder 21 Tagen. Ich schrieb keine Gastartikel mehr und überlegte nicht ständig, was ich noch alles an Neuem auf meinem Blog integrieren könnte.

Beschwerden bekam ich keine und durch die Befreiung vom Zwang, alle sieben Tage etwas Besonderes zu liefern, sah ich mein Projekt wieder in neuem Licht.

Ich sah meine Seite nun als meine kleine Spielwiese im Internet. Ein kleiner Splitter an Geist, Ehrlichkeit, Ruhe und Leidenschaft, der mir selbst und einigen anderen Freude bringt aber nicht kontinuierlich wachsen muss …
 
[Hauptgoodie]

Was hat mir das Bloggen bisher “gebracht”? Und wofür bin ich dankbar?

 
Insgesamt bin ich sicherlich einigem davon gerecht geworden, was ich mir anfangs vorgenommen habe;

– Jeder einzelne Artikel hat dazu geführt, die dort behandelten Themen noch besser zu verstehen und versteckte Facetten in ihnen freizulegen.

– Ich habe mich kontinuierlich damit beschäftigt, meine Leidenschaften den Leserinnen und Lesern schmackhaft zu machen und dadurch viel Neues über mein Spezialgebiet und seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (und bei meinen Freunden) gelernt.

– Ich habe es geschafft – so denke ich – die teilweise komplizierten Inhalte auf verständliche Weise zu kommunizieren und bin darin – im Laufe des Jahres – sicherlich um einiges besser geworden.

– Die Herausforderung, regelmäßig Artikel zu schreiben, hat meine Kreativität angeregt und es mir nicht erlaubt, mal einen Monat faul zu sein und nichts zu produzieren.

– Ich habe eine Handvoll sehr sympathische und inspirierte Blogger-Kollegen kennengelernt.

– Besonders dankbar bin ich für tiefsinnige Rückmeldungen in den Kommentaren und noch mehr per Mail zu meinen Ergüssen. Genau so für Mails von Leserinnen und Lesern, die ich mit meinen Inhalten für das Lesen/Denken/Schreiben gewinnen konnte und die noch detailliertere Auskünfte von mir erfragten. Ja, gerade diese Worte sind es, die mir am allermeisten bedeuten und mich am reichsten für die getane Arbeit belohnen. Und sie sind der motivierendste Antrieb, um den Gedankennomaden fortzusetzen!
 

Welchen Zielen wurde ich nicht gerecht?

 
Vielen!

– Die Zahl der Surfer, die sich mir anschließen würden, habe ich klar überschätzt. Überhaupt habe ich – teilweise schmerzhaft – herausfinden müssen, dass mein Nischenthema noch weniger Menschen interessiert, als ich anfangs dachte …

– Ich hätte gerne noch viel mehr Interaktion gesehen. Vor allem in den Kommentaren am Blog aber auch auf der FB-Seite und per E-Mail. Manchmal kam es mir vor, als würde ich nur für mich selbst schreiben.

– Obwohl ich weiß, wieviel Kooperationen mit anderen Bloggerinnen und Bloggern bringen und wie wertvoll sie sind, habe ich nur sehr wenig in diese investiert. Ich bin eben doch ein Einzelgänger und verwende die Zeit, die für den Blog da ist, am liebsten für meine ganz eigenen Ideen.

Doch auch aus diesen kleinen Enttäuschungen bin ich schlauer geworden.

Und sie haben mich für das Kommende extra motiviert!
 

Ein Jahr bloggen. Ein paar Zahlen …

 
– Mein Newsletter wird im Moment von 102 Personen abonniert.
 
 
– Die Facebook-Seite des Gedankennomaden hat 293 Follower.
 
 
– Die fünf meistgelesenen Artikel 2017 waren:

Platz 5: “3 der wichtigsten philosophischen Gedanken”

Platz 4: “5 Romane von Hermann Hesse”

Platz 3: “Das Buch das dich verändert. – Zen Mind”

Platz 2: “Aristoteles’ Nikomachische Ethik”

Platz 1: “Literatur analysieren? – 5 wissenschaftliche Methoden”.
 
 
Die meisten Rückmeldungen (in verschiedenster Form) bekam ich übrigens für diese Artikel hier:

“Versuch über das Fresse-Halten”

“Der perfekte Lehrer – Eine Hommage, keine Anleitung”

“Verbrennt eure Bücher”
 
 
– Die meisten „Sitzungen“ des Jahres hatte der Gedankennomade im Dezember (893).
 
 
– Die höchste Zahl an „Seitenaufrufen“ im November (2 535).
 
 
Und damit lassen wir es wieder gut sein mit den Zahlen …
 

Wie geht es weiter?

 
So wie in den letzten Monaten.

Mit den verschiedensten Ergüssen zu Literatur und zu Philosophie, zum Schreiben und zum Lesen, zum Leben und zum Träumen …
 
Mit Qualität und ohne Stress …

Ah ja … außerdem habe ich schon seit längerem so etwas wie einen Intensiv-Monat angedacht.

Der wäre dann allerdings doch wieder mit etwas Stress verbunden …

Hm … Ich werde ihn fürs erste mal weiter nur andenken …
 
 
 
Welcher war dein Lieblingsartikel im Jahre 2017? Von welchen Themen möchtest du mehr und von welchen weniger?

Ich wäre dir sehr dankbar für die Beantwortung dieser Fragen. Sie würden mir helfen, die Qualität der Inhalte weiter zu steigern!

Ein schönes, erfolgreiches 2018 mit viel guter Lektüre,

bis bald,

Philipp
 
 
 
Ein Jahr bloggen.
 
Foto: Vernon Raineil Cenzon
 
Blogartikel veröffentlicht am 2.1.2018

8 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. von Erich

    Mein Lieblingsartikel 2017 war “Engstirnige Fachtrottel und nichtssagende Generalisten”, wobei ich leider zugeben muss, nicht alle Artikel gelesen zuhaben. Die bewusste Auseinandersetzung mit teilweise komplexen Inhalten erfordert Zeit, die sehr oft anderen Gebieten meines Lebens gewidmet wurde. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit auch einige jener Bücher gelesen, die in deinem Blog vorkommen und würde mich im Jahr 2018 gerne darüber austauschen 😉

  2. von Gedankennomade

    Lieber Erich,
    Interessant, dieser Artikel ist für mich persönlich eher untergegangen so im Rückblick. Aber freut mich, dass er dir besonders gefallen hat.
    Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Finde im Internet auch immer wieder sehr viele spannende Überschriften, nimm mir dann aber oft nicht die Zeit, die Artikel dazu zu lesen …
    Vielen Dank für deine Kommentare und ja, wir werden uns weiter auf verschiedenen Kanälen austauschen!
    Bis bald,
    Philipp

  3. von Thomas Morocutti

    Lieber Philipp,

    wie so oft ist es nicht einfach neue Projekte so umzusetzen wie man möchte. Noch schwieriger ist es sicherlich Leute zu finden die ein Projekt genau so sehen wie du selbst. Trotzdem solltest du dir bewusst sein, dass selbst wenige Leser und “follower” deine Arbeit sehr schätzen.

    In diesem Sinne war mein Lieblingsartikel 2017 über “Zen Mind”. Die Thematik interessierte mich schon vorher und war sehr gespannt auf deine Ansichten.

    Bis bald und liebe Grüße,
    Thomas

    • von Gedankennomade

      Lieber Thomas,

      Freue mich, dass du meinen Blog nach wie vor verfolgst!
      Und ja, genau so ist es und das habe ich ja auch im Artikel geschrieben – es geht mir nicht mehr ums ständige Wachsen, sondern vielmehr um qualitative und ernstgemeinte Rückmeldungen von den Leuten, die das hier wirklich schätzen!

      Bis bald,
      erfolgreiches und glückliches neues Jahr,
      Philipp

  4. Lieber Phillipp,
    bitte mach einfach weiter, was du bisher gemacht hast. Ich sehe in dir einen Bruder im Geiste und dein Blog gbit mir den Mut und die Motivation, diese Jahr mein eigenes Blogprojekt zu starten.
    Vielen Dank für dein ehrliches Resumé. Dieser Artikel ist mein Lieblingsartikel.
    Ich wünsche dir alles Gute für 2018.
    Ingo

    • von Gedankennomade

      Lieber Ingo,
      Vielen Dank für deine Worte, die mich sehr motivieren.
      Auch dir alles Gute mein Bruder im Geiste!
      Mach’s gut.
      Bin gespannt auf deinen Blog!

  5. Lieber Phillipp,

    alle Artikel die du von Herzen gerne schreibst, sind gut! Egal welcher mir gefällt. Die Statistik zeigt dir ja, was deine Leser interessiert. Ich mag diesen Artikel.

    Wer deinen Blog liest, interessiert sich für Philosophie und da bist du gut aufgehoben!
    Ich freue mich schon sehr, wenn du mal so richtig die Bremse löst und mehr und mehr deine eigenen Erkenntnisse raushaust.

    Viel Erfolg weiterhin!
    Irene

    • von Gedankennomade

      Liebe Irene,
      Ganz so ist es nicht mit der Statistik. Denn die meistgelesensten Artikel sind die, die von Google am besten gefunden werden … Und nicht unbedingt die, die am besten gefallen.
      Danke dir, du traust mir ja anscheinend sehr viel zu. Aber große philosophische Kenntnisse kann ich leider keine liefern und überhaupt will ich bewusst nicht zu sehr nur von mir erzählen sondern Allgemeines und Persönliches in Waage halten, wie ich das in “Einen Blogpost schreiben …” erklärt habe.
      Bis bald,
      Philipp

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