Persönlichkeitsentwicklung – 6 Bücher, die dich weiterbringen

„Lesen, Denken und Schreiben um niemals stehen zu bleiben“

Du erinnerst dich vielleicht noch an diesen Slogan von mir. Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung tragen definitiv dazu bei niemals stehen zu bleiben. Natürlich immer nur unter der Voraussetzung, dass auf die Lektüre auch Taten folgen. Im letzten Jahr habe ich viele davon gelesen. Die folgenden sechs Stück sind mir besonders gut in Erinnerung geblieben und somit sicherlich auch für dich nützlich.

„Die subtile Kunst des Daraufscheißens“ – Mark Manson

Ein Bestseller der letzten Jahre im Genre Persönlichkeitsentwicklung. Und nein, dafür ist nicht nur der definitiv gut gewählte Titel des Buches verantwortlich.

In neun Kapiteln erklärt Mark Manson in Die subtile Kunst des darauf Scheißens (*), dass man auf den Selbstoptimierungswahn NICHT aufspringen und stattdessen akzeptieren soll, wie man wirklich ist: nämlich scheiße. Okay, das ist vielleicht noch härter ausgedrückt, als Manson es – in seiner oft banalen Wortwahl – selbst sagen würde, zeigt aber schon ganz gut, worum es geht: Weg vom höher besser weiter hin zu einer realistischen Sichtweise der Welt und von sich selbst.

Ein Leben ohne Probleme gäbe es ohnehin nicht. Jede Entscheidung schafft neue Probleme, dies ist ein eisernes Gesetz und der einzige Unterschied zwischen Glücklicheren und weniger Glücklichen ist es, dass sich letztere mit besseren statt mit schlechteren Problemen rumquälen. Im Lesefluss fühlt man sich oft erleichtert, weil Manson viele Denkmuster, die wir alle kennen und die unser Leben kompliziert machen, als sinnlos und krankmachend ausweist. Das macht Mut und das inspiriert.

„Warren Buffett hat Geldprobleme, der besoffenen Penner vor Aldi hat auch Geldprobleme. Buffett hat einfach nur bessere Geldprobleme als der Penner. So ist es mit allem im Leben.“

Manson, „Die subtile Kunst des Daraufscheißens“, 2017, Seite 30.

„Die sieben Wege zur Effektivität“ – Stephen R. Covey

Ich war von Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg (Dein Erfolg) (*) definitiv überrascht. Es handelt sich hier um ein Buch für eine Generalsanierung sozusagen, um eine Gesamt-Lebens-Philosophie, die dabei helfen soll, sich über unveränderliche Prinzipien klar zu werden und wie wir angelehnt an diese unsere Werte definieren können, um dadurch zufriedene und effektive Menschen zu werden.

Vor allem das Formulieren eines persönlichen Leitbildes, das als Orientierung für die Zukunft fungiert, nahm ich aus diesem Buch mit.

Achtung: Nicht das Workbook sondern das Original bestellen. Habe ich beim ersten Anlauf auch falsch gemacht. Das Workbook ist aber eine sinnvolle Ergänzung, denn, wie bereits oben gesagt, NUR lesen bringt nichts im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung!

„Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands“ – Nikil Mukerji

Bei der Lektüre dieses Buches zur Persönlichkeitsentwicklung musste ich oft an mein Philosophiestudium denken. Einerseits ist der Autor selbst studierter Philosoph und zitiert Philosophen der Gegenwart aber auch aus der Aufklärung, andererseits kommt im Buch sowie im Philosophiestudium immer wieder die Logik vor. Ich gebe zu, dass ich nicht nur einmal versucht habe, einen Bogen um sie zu machen, da sie sehr trocken sein kann, wenn man sie rein formal betrachtet. In der Engführung mit brisanten Argumentationen, wie es im Buch geschieht, sieht man aber, wie wichtig es ist, über die Tücken der Logik besser bescheid zu wissen.

Ich finde Mukerji hat mit Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands (*) ein richtig gutes Buch geschrieben. Sicher hat er lange gesammelt, um all diese Eigenarten unseres Denkens und Argumentierens aufzudecken (natürlich findet sich vieles davon in klassischen Logik-Büchern) und sie in diese Form zu pressen. Er will praktisch bleiben, gibt Tipps und unterteilt diese Tipps dann noch einmal, wenn nicht sofort klar ist, wie man das Gelernte auch anwenden kann.

Am besten gefielen mir die Passagen, in denen er Denkfehler anhand von brisanten Themen aufzeigt. So findet man zum Beispiel wiederholt die Homöopathie aber am Ende auch die Homo-Ehe. Diese Seiten werde ich mir noch einmal ansehen, denn dort kann man am meisten mitnehmen. Auch die Verteidigung der Wissenschaftlichkeit beim dritten Gebot fand ich spannend und sollte sich jeder einmal bewusst machen, genau so den Terminus „Beweislast“ und bei wem dieser liegt beziehungsweise was es heißt, wenn man die Beweislast abschieben kann.

18 Tipps um zum Leser, Denker und Schreiber zu werden

„Kompromisslos verhandeln“ – Chris Voss

Nicht unbedingt das, was wir uns unter einem typischen Buch in der Persönlichkeitsentwicklung vorstellen (Mukerjis 10 Gebote übrigens auch nicht), aber dennoch eines, von dem wir viel lernen und unser Wachstum als Individuum fördern können. Kompromisslos verhandeln: Die Strategien und Methoden des Verhandlungsführers des FBI (*) habe ich gefressen und an einem Tag ausgelesen.

Mir gefiel vor allem die Abwechslung zwischen theoretischem Input zu Verhandlungstechniken und den Berichten von echten Geiselnahmen bei denen Autor Chris Voss als Verhandlungsführer des FBI dabei war.

Während die Aufmachung des Covers sehr aufmerksamkeitsheischend daherkommt, war der Inhalt um einiges weniger aggressiv, als ich es zuvor angenommen hatte. Ganz prinzipiell und deshalb auch dann, wenn man mit potentiellen Mördern verhandelt, geht es in Verhandlungen um Empathie und Anerkennung und nicht um beinhartes Feilschen zwischen zwei aufbrausenden Alphatieren.

Ich werde das Buch sicher nochmal lesen, sollte ich in Zukunft eine wichtige Verhandlung haben. Dazu eignen sich besonders die letzten Seiten, die noch einmal das Wichtigste zusammenfassen und rekapitulieren, wie man in der Vorbereitung am besten vorgeht. Gelernt habe ich auch, dass man Verhandlungen nicht prinzipiell – so wie ich das bisher tat – als „nichts für mich“ abtun und das Gegenüber nicht fürchten sollte.

„Wir sind emotionale, irrationale Wesen, die aber auf berechenbare und musterhafte Weise emotional und irrational sind. Dieses Wissen zu nutzen, ist – nun – einfach logisch und vernünftig.“

Voss, „Kompromisslos verhandeln“, 2017, Seite 139.

„Flow. Das Geheimnis des Glücks“ – Mihaly Csikszentmihalyi

Vom unerhörten Namen des Autors nicht abschrecken lassen. „Flow“ ist der große Klassiker zum Thema Flow-Zustand und das völlig zurecht!

Das Buch Flow. Das Geheimnis des Glücks (*) war mir schon lange ein Begriff, weil Flow etwas ist, wonach wir Leistungssportler ständig suchen und hier an erster Stelle stets Csikszentmihalyi erwähnt wird.

Das Buch beleuchtet das Phänomen wissenschaftlich unaufgeregt und zeigt immer auch die Gefahren auf, die damit verbunden sind. Außerdem bringt es Flow-Erlebnisse von unterschiedlichsten Menschen als Anekdoten.

Man kann gut sehen, wie vielseitig gebildet Csikszentmihalyi ist, indem er philosophisches, kulturwissenschaftliches und anthropologisches Gedankengut einbringt und diskutiert. Das Buch ist von solch einer Fülle und Dichte von Ideen, dass ich es eigentlich noch ein zweites Mal lesen sollte.

Die Grundbotschaft ist klar: Flow macht glücklich. Und Flow ist nicht hohles Vergnügen sondern Freude bringende Herausforderung, in der Anforderungen an eine Person und die Fähigkeiten dieser Person auf einer hohen Ebene in einem perfekten Gleichgewicht sind.

Habe ich nach der Lektüre eine genaue Anleitung, wie ich diese Zustände erzeugen kann? – Nicht unbedingt, mir scheint es aber, dass ich prinzipiell oft im Flow bin und mein Leben in diese Richtung quasi unterbewusst ausrichte. Es ist eben kein oberflächlicher Ratgeber sondern ein inspirierendes, wissenschaftlich unterlegtes Buch in dem ein Forscher auf etwa 500 Seiten die Essenz seiner Ergebnisse herausarbeitet. Für viele wäre es wohl ein noch besseres Werk zur Persönlichkeitsentwicklung, wenn es ein letztes Kapitel gäbe im Stile eines „Wie mach ich nun aus meinem Leben ein Flow-Leben?“ oder so ähnlich…

„Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt.“ – Susan Cain

Mein Lieblingsbuch in dieser Liste zur Persönlichkeitsentwicklung und eines von denen, wo ich mir denke: „Verdammt, warum hab ICH das nicht geschrieben!“. 🙂

Das Buch Still: Die Kraft der Introvertierten (*) war vor allem deswegen sehr schön zu lesen, weil es mir Bestätigung gab, in meiner Art zu sein. Weil es Introvertierten Mut macht und solchen, die Introvertierte nicht verstehen, hoffentlich erklärt, warum diese anders sind und nicht anders können.

Es macht Mut, weil es Introvertierten nicht befiehlt, extrovertiert sein zu müssen, sondern ihnen erklärt, wie sie mit ihrem Gemüt besser umgehen können in einer Welt der Lauten und Extravertierten. Ich fühle mich seit der Lektüre viel besser als Introvertierter.

Ein paar Punkte Abzüge bekommt das Buch, weil beim Lesen oft das Gefühl hatte, dass diese Dichotomie introvertiert-extrovertiert letztendlich eine zu große Vereinfachung ist. Das wird zwar von der Autorin im Buch auch ein paarmal so gesagt, allerdings baut die gesamte „Geschichte“ aber auch wiederum darauf auf, dass es diese zwei „Arten von Menschen“ gibt.

„Wir alle haben Mitgefühl mit einem erschöpften Partner, der von der Arbeit kommt und zu kaputt ist, um zu reden, aber es ist schwieriger nachzuvollziehen, dass soziale Überstimulation ebenso erschöpfend sein kann.
Introvertierten wiederum fällt es manchmal schwer zu verstehen, wie kränkend ihr Schweigen sein kann.“

Cain, „Still“, 2013, Seite 263.

Willst du eines der Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung nun selber lesen, dann wäre ich dir sehr dankbar, wenn du es dir über den gekennzeichneten (*) Amazon-Affiliate-Link am Ende dieses Beitrags holst. Der Preis bleibt der gleiche für dich, während ich eine kleine Provision (im Cent-Bereich) für meine Arbeit am Gedankennomanden bekomme.

Vielen Dank!

Foto: Ravi Roshan

Blogartikel veröffentlicht am: 13.04.2021

Die subtile Kunst des darauf Scheißens (*)

Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg (Dein Erfolg) (*)

Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands (*)

Kompromisslos verhandeln: Die Strategien und Methoden des Verhandlungsführers des FBI (*)

Flow. Das Geheimnis des Glücks (*)

Still: Die Kraft der Introvertierten (*)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.